Hitzestress bei Schweinen und Geflügel – wenn Wärme zur Gefahr wird
Schweine und Geflügel können ihre Körpertemperatur nur eingeschränkt regulieren, da sie nicht großflächig schwitzen. Überschüssige Wärme geben sie hauptsächlich durch Hecheln ab. Besonders kritisch wird es, wenn hohe Temperaturen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit zusammentreffen. Dann funktioniert die natürliche Verdunstungskühlung nur noch eingeschränkt und das Risiko für Hitzestress steigt deutlich.
Woran erkennt man Hitzestress?
Hitzestress entsteht, wenn die körpereigenen Mechanismen zur Wärmeabgabe nicht mehr ausreichen und die Tiere ihre Körpertemperatur nicht mehr ausreichend regulieren können. Die individuelle Belastungsgrenze hängt unter anderem von Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung, Besatzdichte und Leistungsniveau ab.
Typische Anzeichen können sein:
- starkes oder anhaltendes Hecheln
- verringerte Futteraufnahme
- erhöhte Wasseraufnahme
- Unruhe oder Apathie
- Leistungsrückgänge, beispielsweise geringere Tageszunahmen oder eine verminderte Legeleistung
- in schweren Fällen Kreislaufprobleme bis hin zum Hitzekollaps
Während eine Hitzebelastung zunächst vor allem die Leistung der Tiere beeinträchtigen kann, wirkt sich Hitzestress deutlich auf Gesundheit und Wohlbefinden aus und erfordert ein schnelles Handeln.
Welche Folgen hat Hitzestress?
Durch das verstärkte Hecheln verliert der Körper nicht nur Flüssigkeit, sondern auch wichtige Elektrolyte. Gleichzeitig verändert sich durch das vermehrte Ausatmen von Kohlendioxid (CO₂) der Säure-Basen-Haushalt. Um dieses Ungleichgewicht auszugleichen, scheidet der Organismus zusätzlich Natrium und Kalium über den Urin aus.
Die anhaltende Belastung beansprucht den gesamten Stoffwechsel. Zudem entstehen vermehrt freie Radikale, die zu oxidativem Stress führen und die Zellen zusätzlich belasten können.
Wie kann man Hitzestress entgegenwirken?
Zeigen die Tiere bereits deutliche Anzeichen von Hitzestress, sollten zunächst alle managementbezogenen Maßnahmen ausgeschöpft werden. Dazu gehören insbesondere eine ausreichende Wasserversorgung, Kühlungsmöglichkeiten und eine Reduzierung zusätzlicher Belastungen. Ergänzend kann die Fütterung den Organismus in dieser anspruchsvollen Situation unterstützen. Eine bedarfsgerechte Ergänzung von Elektrolyten – insbesondere Natrium und Kalium – kann helfen, entstandene Verluste teilweise auszugleichen.
Darüber hinaus können natürliche Polyphenole Bestandteil einer Fütterungsstrategie sein. Aufgrund ihrer antioxidativen Eigenschaften können sie freie Radikale neutralisieren, die infolge von Hitzestress entstehen und oxidativen Stress in den Zellen fördern.
Auch Betain kann die Fütterung sinnvoll ergänzen. Als Osmolyt unterstützt es die Zellen dabei, Wasser zu binden und trägt zur Stabilisierung des Zellwasserhaushalts bei. Ergänzend können ausgewählte sekundäre Pflanzenstoffe das Wohlbefinden der Tiere ernährungsphysiologisch unterstützen.
Heat Relax ergänzt die Fütterung in Phasen starker thermischer Belastung. Die enthaltenen Elektrolyte sowie Betain und natürliche Polyphenole unterstützen den Organismus dabei, die durch Hitze verursachten Belastungen ernährungsphysiologisch zu begleiten.
! Zeigen Tiere Anzeichen eines schweren oder akuten Hitzestresses, sollte unverzüglich ein Tierarzt hinzugezogen werden.