Hitzebelastung bei Schweinen und Geflügel – frühzeitig erkennen und gegensteuern
Schweine und Geflügel können ihre Körpertemperatur nur eingeschränkt regulieren, da sie nicht großflächig schwitzen. Stattdessen geben sie überschüssige Wärme hauptsächlich durch Hecheln ab. Hohe Luftfeuchtigkeit – wie sie beispielsweise vor Gewittern oder nach Regenfällen häufig auftritt – erschwert diese natürliche Kühlung und verstärkt die Hitzebelastung zusätzlich.
Welche Auswirkungen hat Hitzebelastung?
Liegt die Umgebungstemperatur über einen längeren Zeitraum oberhalb der Wohlfühltemperatur der Tiere (bei Mastschweinen und Sauen liegt diese je nach Haltungs- und Leistungsniveau bei etwa 20 °C, bei Geflügel bei etwa 22–24 °C), steigt die Belastung für den Organismus. Dabei handelt es sich um Orientierungswerte. Ob Tiere tatsächlich unter Hitzebelastung leiden, hängt zusätzlich von Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung, Besatzdichte, Sonneneinstrahlung und dem Leistungsniveau ab. Gerade eine hohe Luftfeuchtigkeit kann dazu führen, dass bereits vergleichsweise moderate Temperaturen als belastend empfunden werden.
Durch das verstärkte Ausatmen von Kohlendioxid (CO₂) verändert sich zudem der Säure-Basen-Haushalt. Um dieses Ungleichgewicht auszugleichen, scheidet der Körper vermehrt Natrium und Kalium über den Urin aus. Zusammen mit den Verlusten durch die erhöhte Verdunstung kann dies den Elektrolythaushalt der Tiere beeinträchtigen.
Diese Anpassungsprozesse beanspruchen den Organismus erheblich. Hält die Belastung über längere Zeit an, kann es zu oxidativem Stress kommen, der die Zellen zusätzlich belastet.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Hitzebelastung und Hitzestress: Eine Hitzebelastung bedeutet nicht automatisch, dass bereits Hitzestress vorliegt. Sie kann bereits bei moderat erhöhten Temperaturen auftreten und sich zunächst vor allem durch Leistungseinbußen bemerkbar machen – häufig noch ohne deutlich erkennbare Stresssymptome. Von Hitzestress spricht man, wenn die Belastung durch hohe Temperaturen und/oder Luftfeuchtigkeit so stark wird, dass sie sich deutlich auf Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere auswirkt.
Wie sich daraus Hitzestress entwickeln kann und woran Sie diesen erkennen, erfahren Sie in unserem weiterführenden Beitrag: Hitzestress
Wie kann man Hitzebelastung entgegenwirken?
Geeignete Haltungsmaßnahmen können die Tiere wirksam unterstützen. Ventilatoren, Wasser-Benetzungsanlagen im Stall oder ausreichend Wasserstellen in der Freilandhaltung helfen dabei, die Körpertemperatur besser zu regulieren. Bereits bei ersten Anzeichen einer erhöhten Hitzebelastung kann eine angepasste Fütterungsstrategie sinnvoll sein. Ziel ist es, den Organismus frühzeitig zu unterstützen und den Verlust wichtiger Elektrolyte auszugleichen.
Darüber hinaus können natürliche Polyphenole Bestandteil einer Fütterungsstrategie bei Hitzebelastung sein. Aufgrund ihrer antioxidativen Eigenschaften können sie dazu beitragen, freie Radikale zu neutralisieren, die unter Belastungssituationen entstehen und oxidativen Stress in den Zellen fördern.
Auch Betain kann die Fütterung sinnvoll ergänzen. Als Osmolyt unterstützt es die Zellen dabei, Wasser zu binden und trägt so zur Aufrechterhaltung des Zellwasserhaushalts bei. Ergänzend können ausgewählte sekundäre Pflanzenstoffe das Wohlbefinden der Tiere ernährungsphysiologisch unterstützen.
Heat Relax wurde speziell für Phasen erhöhter Temperaturen und Luftfeuchtigkeit entwickelt. Die Kombination aus Elektrolyten, Betain und ausgewählten Pflanzenstoffen unterstützt eine bedarfsgerechte Fütterungsstrategie bereits bei erhöhter Hitzebelastung.
! Zeigen Tiere Anzeichen eines schweren oder akuten Hitzestresses, sollte umgehend ein Tierarzt hinzugezogen werden.