Hitzestress bei Milchkühen – Möglichkeiten zur Unterstützung und Kühlung
Mit den steigenden Temperaturen im Frühjahr und Sommer rückt das Thema Hitzestress bei Milchkühen wieder in den Fokus. Hohe Umgebungstemperaturen belasten die Tiere und können sich negativ auf Futteraufnahme, Leistung, Fruchtbarkeit und Gesundheit auswirken. Daher stellt sich jedes Jahr die Frage, wie Kühe bestmöglich unterstützt werden können.
Milchkühe fühlen sich bei vergleichsweise kühlen Temperaturen am wohlsten. Bereits ab etwa 15 °C Außentemperatur können – abhängig von Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Luftbewegung – erste Belastungen durch Hitzestress auftreten.
🌬️Stallklima und Luftbewegung
Eine gute Belüftung des Stalles ist die wichtigste Grundlage zur Reduzierung von Hitzestress. Lüftungsanlagen, Ventilatoren oder andere Maßnahmen zur Verbesserung der Luftzirkulation sind heute in vielen Betrieben bereits etabliert und leisten einen wichtigen Beitrag zum Tierwohl.
🐄Bedeutung der Fütterung
Neben einem optimierten Stallklima sollte auch die Fütterung an die sommerlichen Bedingungen angepasst werden. Durch erhöhte Temperaturen steigt der Bedarf der Tiere an bestimmten Mengenelementen und Elektrolyten.
Besondere Aufmerksamkeit verdient dabei die DCAB (Dietary Cation-Anion Balance) bei laktierenden Kühen. Mit zunehmender Wärmebelastung erhöht sich der Bedarf an Kationen, die für verschiedene Stoffwechselprozesse benötigt werden. Eine alleinige Ergänzung über Natriumbicarbonat ist nach unseren Erfahrungen häufig nicht ausreichend, da Natrium insbesondere für die Pansenfunktion und den Zellstoffwechsel benötigt wird. Darüber hinaus spielen weitere Kationen eine wichtige Rolle für Muskulatur, Knochenstoffwechsel und Blutkreislauf.
Zur Unterstützung einer bedarfsgerechten Versorgung empfehlen wir den Einsatz von ThermoPLEXX.
**Orientierungswerte für die DCAB bei laktierenden Kühen nach Prof. Staufenbiel:**
200–350 meq/kg TM
Die nachfolgende Tabelle gibt eine Orientierung über den Zusammenhang zwischen Umgebungstemperatur und empfohlenen DCAB-Werten.
‼️Achtung: der sehr hohe positive DCAB-Wert erfordert unbedingt eine korrekte Rationsberechnung durch einen erfahrenen Fütterungsberater. Nicht an trockenstehende Kühe oder Färsen verfüttern. ‼️
| Temperatur (°C) | Zielwert DCAB (meq/kg TM) | ThermoPLEXX (g/kg TM) |
| bis 20 | 200 | 0 |
| ~ 25 | 250 | 70 |
| ~ 30 | 300 | 140 |
| ~ 35 | 350 | 210 |
| über 40 | 400 | 280 |
💧Kühlung durch Wasser
Auch der Einsatz von sogenannten „Kuhduschen“ wird zunehmend diskutiert. Solche Systeme lassen sich mit überschaubarem Aufwand selbst realisieren.
Wichtig ist dabei, dass das Wasser gezielt auf die Tiere und nicht auf Liegeflächen oder das Futter gelangt. Feuchte Liegeflächen können die Eutergesundheit beeinträchtigen und das Risiko für Mastitiden erhöhen. Nasses Futter kann ebenfalls zu Problemen führen.
Eine einfache Lösung besteht darin, oberhalb der Fressgitter eine Wasserleitung mit Sprühdüsen zu installieren. Über eine Zeitschaltuhr können kurze Beregnungsintervalle gesteuert werden. Bewährt haben sich kurze Kühlphasen von etwa 30 bis 60 Sekunden in regelmäßigen Abständen. Dadurch erhalten alle Tiere die Möglichkeit, von der Kühlung zu profitieren, ohne dass Stallbereiche unnötig durchnässt werden.
⚡Energieversorgung nicht vergessen
Neben Mineralstoff- und Elektrolytversorgung sollte auch der erhöhte Bedarf an verfügbarer Energie während Hitzeperioden berücksichtigt werden. Eine gezielte Ergänzung kann dazu beitragen, Leistungseinbußen zu reduzieren und den Stoffwechsel zu entlasten. Hierfür eignen sich beispielsweise unsere Produkte Alfaralin und AlfaPLEXX.
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung geeigneter Maßnahmen und einen möglichst stressfreien Sommer für Ihre Tiere.
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